
Das RaRo Bundespfingsttreffen, diesmal in Leibnitz (Steiermark), begann für uns alle gegen 8 Uhr vormittags am Bahnhof in St. Pölten. Es wurde gefrühstückt und gescherzt. Kurz nach halb saßen wir dann im Zug nach Wien. Für Unterhaltung war bestens gesorgt, eine leicht angetrunkene Gruppe Radfahrer/Musikanten (Herkunft und Absicht war nicht ganz eindeutig) sang mit musikalischer Unterstützung einer Ziehharmonika sehr aufgeweckte Lieder. Nachdem wir RaRo um diese Uhrzeit normalerweise noch schlafen, konnte sich keiner so richtig über die Bereicherung der Herren freuen, aber trotzdem ließen wir uns die gute Laune nicht verderben. Brav sammelten wir Begriffe für unseren Beitrag der Bauernolympiade und die 40 Minuten Zugfahrt vergingen wir im Flug.
Dann hieß es für uns, U-Bahn fahren. Schwer bepackt mit Rucksäcken am Rücken und Kaffee in den Händen machten wir uns auf in Richtung Wien Meidling. Dort angekommen waren die anderen Pfadfindergruppen nicht mehr zu übersehen. Im Zug wurde gesungen und die Vorfreude aufs Lager stieg bis ins Unermessliche. Nach 3 Stunden Spaß stiegen wir in Leibnitz aus und legten einen kurzen Fußmarsch bis zum Lagerplatz zurück. Angekommen beim Lagerplatz, ging die Anmeldung ganz locker vor sich. Wir wurden eingeteilt als Bewohner des Dorf 4, meiner Meinung nach das beste Dorf am Lager.
Die Sonne schien und alle waren etwas geschafft von der Hitze, dennoch warteten wir auf die Anweisung zum Aufbau unseres Kegelzelts, denn auch der Aufbau der Zelte war Teil eines riesig großen Siedlerspiels. Das gesamte Lager war geteilt in 5 Dörfer, welche verschiedene Rohstoffe zum Tauschen erhielten, durch Verhandlungsgeschick sollten wir verschiedene Aufgeben meistern, z.B. Feuerstelle und überdachte Essstelle bauen. Unsere Rotte übernahm die Verantwortungsvolle Aufgabe der Namensfindung. Durch Umfragen und eine darauffolgenden demokratische Abstimmung wurde der Name „Wir-kern-dazua“ als Dorfname entschieden. Auch die anderen Rotten bewiesen ihr Geschick und in Kürze wurde aus einem einfachen Lagerplatz ein richtiges kleines Dorf.
Unter unsere Aufgaben fiel unter anderem auch die Abendgestaltung für unser Dorf, wir entschieden uns für Gitarrenmusik am Lagerfeuer. Natürlich standen auch auf diesem Bundespfingsttreffen eine Disco und zwei andere Gastros zur Verfügung. Das Abendprogramm wurde eingeleitet von der größten Partie Werwolf bei der ich selbst je mitspielen durfte. Dummerweise herrscht das Gesetzt Sabrina stirbt am Anfang, demnach war meine Präsenz beim Spiel nicht von langer Dauer. Spaß macht es trotzdem immer und immer wieder. Danach fand sich ein Freiwilliger der mit seiner Gitarre den Gesang der restlichen Dorfbewohner untermalte. Doch das war noch lange nicht alles. Spontan beschlossen Bürger unseres Dorfes einen oder mehrere Sketchs aufzuführen und außerdem bekamen wir eine private Feuershow von unserem Dorfbewohner Thorsten zu sehen. Es wurde bis spät in die Nacht gesungen. Ich selbst ging gegen eins ins Bett.
Der nächste Tag begann, wie soll es auf einem RaRo Lager anders sein, sehr entspannt. Ein paar erwachten früher um duschen zu gehen, andere verschliefen das halbe Frühstück, welches durch einen grandiosen Löskaffee zum Gaumenschmaus wurde. Gestärkt von diesem Mahl begannen wieder kleine Runden Werwolf, Uno und ein paar abgegrenzte Rottenbesprechungen. Der Vormittag war dann nur noch dazu da die eigene Station für die Bauernolympiade aufzubauen, in unserem Fall war es eine Bauernscharade verbunden mit einer Wasserschlacht. Die Station fand schnell Gefallen und konnte mit beliebten Stationen wie dem Küsschenspiel und Bauer sucht Frau locker mithalten. Weiters konnte man seine Kraft noch bei einem Baumstumpfweitwerfen unter Beweis stellen oder durch das Halten eines Maß Bier einen Rekord aufstellen, welcher mit einer riesigen Bretzel belohnt wurde. Geschicklichkeit war gefordert beim Bauerngolf und Bierkistenklettern. Alles in Allem war es eine gelungene Bauernolympiade die unglaublich viel Spaß machte. Abgerundet sollte der Abend von einem Bauernball werden, zu diesem Anlass zog ich mein Dirndl an und lies mir Zöpfe von Gunda flechten. Sofort wurde sie zur Hobbyfrisöse und gestaltete verschiedenste Zopffrisuren. Der angekündigte Bauernball war leider nicht so spektakulär wie erwartet, aber wir Pfadis lassen uns doch so einfach nicht die Laune verderben.
Also ging es am Lagerfeuer weiter mit verschiedensten Liedern, dieses Mal mit der Unterstützung von bis zu 4 Gitarren. Es wurde gesungen, laut und falsch, aber auch richtig und schön. Der Pfingstmontag war schließlich der Tag der Abreise, direkt nach dem Frühstück begannen wir zu packen und das Zelt abzubauen. Die Lagerplatzabnahme funktionierte ohne Probleme und dann warteten wir nur noch auf die Abschiedsworte der Organisatoren. Damit uns auch der Abschied in Erinnerung bleibt, bildeten wir alle einen großen Kreis uns sangen gemeinsam. Die Heimfahrt traten wir gestärkt nach einem Eis mit anderen Pfadfindern an. Ein paar aus meiner Gruppe saßen bei der Rotte von Brunn/Gebirge. Wir rätselten über sogenannte „Black Stories“ und spielten wieder Werwolf. Zur Abwechslung musste ich nicht zu Beginn das Spiel verlassen. Auch bei dieser Zugfahrt verging die Zeit wie im Flug. Die Bekanntschaften die auf diesem Lager geknüpft wurden, werden wahrscheinlich noch lange halten. Von vielen habe ich erfahren, dass sie auch nächstes Jahr wieder aufs RaRo Bundespfingsttreffen fahren wollen, auch wir sind hoffentlich wieder dabei.
Alles Liebe,
Sabrina